IT Organisationen müssen Ihre RZ-Systeme kontrollieren können. Systeme müssen miteinander kommunizieren können, selbst wenn diese Kommunikation nie vorgesehen war. Auch wenn eine IT Abteilung z.B. einen System Monitor von HP mit einem Help Desk System von Remedy verbinden will, so ist diese Art Integration in keinem der beiden Produkte vorgesehen. Die IT Abteilung steht vor der Frage: “Kaufen wir eine entsprechende Lösung oder richten diese selber ein?”
Scripting oder Kodierung einer Lösung
Eine maßgeschneiderte Lösung birgt den Vorteil, dass alle Systeme, die automatisiert und integriert werden sollen, vollständig kontrolliert werden können. Entsprechend ausgebildete Mitarbeiter können die Automation auf die besonderen Anforderungen im Unternehmen abstimmen.
Andererseits stellt eine maßgeschneiderte Integrationslösung bereits überlastete IT Mitarbeiter vor enorme Herausforderungen. Soll eine Lösung von Grund auf via Scrips oder Programmierung erstellt werden, sind zum einen umfassende Kenntnisse der Systeme, die verbunden werden sollen sowie zum anderen Zugang zu den richtigen Tools, um diese Systeme modifizieren zu können, erforderlich. Ein System z.B. kann über entsprechende Schnittstellen via Web Dienste programmiert werden, andere Systeme nur über Befehlszeilen Kommandos und wieder andere verwenden eine C-zugängliche API für die Programmierung. Allein die Entschlüsselung komplexer und nicht dokumentierte Programmier Interfaces dauert oft länger als einen Monat -
ganz zu schweigen von der Zeit für Entwicklung und Test einer funktionsfähigen Lösung nur für dieses System. Jede Integrationslösung mit einem weiteren System vervielfacht diese Komplexität. Die IT Abteilung muss sich rasch zu einem Software Entwicklerteam als Voraussetzung für eine erfolgreiche Implementierung wandeln können.
Werden spezielle IT Ressourcen dieser Aufgabe zugeteilt, besteht die Gefahr, dass Ihre Rechenzentren unterbesetzt sind. Komplexere Integration und Automation erfordern weitere Ressourcen aus unterschiedlichen Fachbereichen. Werden diese Mitarbeiter dann benötigt, um dringende Probleme im Rechenzentrum umgehend zu bearbeiten, muss man sie von ihrem bisherigen Aufgabenbereich abziehen und ihnen abverlangen, sofort und effizient wieder „Feuerwehr“ zu sein. Diese wechselnden Zuständigkeiten können Ihr Integrationsprojekt enorm verzögern oder sogar dazu führen, dass das Projekt komplett in Vergessenheit gerät.
Hinzuziehen externer Berater
IT Organisationen rufen oft externe Berater hinzu, um die Integration durchzuführen. So entfällt zwar die komplexe Aufgabe, eine eigen entwickelte Lösung zu warten und verwalten, ruft aber andere Schwierigkeiten hervor. Die Kosten für den Berater mögen zu Anfang gering erscheinen – muss aber der Berater erneut hinzugezogen werden, da Änderungen im Rechenzentrum eine Aktualisierung der Automation erfordern, fallen erneut Kosten an – die möglicherweise enorm hoch sein können. Die Abhängigkeit von Beratern kann zudem im Extremfall über Erfolg oder Misserfolg des Unternehmens entscheiden.
In manchen Fällen werden IT Mitarbeiter versuchen, die Scripts oder den Code, den die Beraterfirma erstellt hat, zu ändern – mit dem Ergebnis, dass der gesamte Prozess auseinander bricht. Man ist dann bemüht, den Schaden zu beheben, so dass zumindest der Prozess wieder läuft; aber alle künftigen Änderungen können nur nach reiflicher Überlegung und unter erheblichen Schwierigkeiten implementiert werden. Das Unternehmen befindet sich also jetzt in einer schlechteren Situation selbst im Vergleich zur Wartung einer eigen entwickelten Lösung. Es ist nahezu genauso schwierig, einen Prozess zu ändern oder hinzuzufügen, wie ihn einzurichten.


